{"id":1500,"date":"2014-09-26T11:50:05","date_gmt":"2014-09-26T09:50:05","guid":{"rendered":"http:\/\/54055846.swh.strato-hosting.eu\/?p=1500"},"modified":"2014-09-26T12:26:55","modified_gmt":"2014-09-26T10:26:55","slug":"tragoedie-an-der-shisha-pangma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bergsturz.net\/?p=1500","title":{"rendered":"Trag\u00f6die an der Shisha Pangma"},"content":{"rendered":"<p>Der M\u00fcnchener Bergsteiger Sebastian Haag und der Italiener Andrea Zambaldi sind an der 8013 Meter hohen Shisha Pangma im Himalaya kurz unter dem Gipfel von einer Lawine mitgerissen und versch\u00fcttet worden. Sie wurden nach Angaben ihrer Begleiter nicht gefunden. Mehrere Medien berichten, dass die Beiden tot seien. Damit ist leider zu rechnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1502\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/54055846.swh.strato-hosting.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/ShishaBasecamp_kleinP5020295.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1502\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1502\" alt=\"Shisha Pangma Basislager\" src=\"http:\/\/54055846.swh.strato-hosting.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/ShishaBasecamp_kleinP5020295-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/bergsturz.net\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/ShishaBasecamp_kleinP5020295-300x225.jpg 300w, https:\/\/bergsturz.net\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/ShishaBasecamp_kleinP5020295.jpg 922w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1502\" class=\"wp-caption-text\">Shisha Pangma Basislager<\/p><\/div>\n<p>Die Expedition von Sebastian Haag und seines engen M\u00fcnchener Freundes, Benedikt B\u00f6hm, hat sich damit zu einer Trag\u00f6die entwickelt. Wir bedauern dies sehr und w\u00fcnschen den Familien der beiden Bergsteiger viel Kraft!<\/p>\n<p>Vor wenigen Tagen haben wir <a title=\"Speed - wer braucht das?\" href=\"http:\/\/54055846.swh.strato-hosting.eu\/?p=1424\">an dieser Stelle<\/a> die Frage nach dem Sinn von Speedbegehungen an hohen Bergen gestellt. Genau dies war und ist die Disziplin der beiden Bergsteiger Haag und B\u00f6hm: Gipfel, vor allem hohe Gipfel, m\u00f6glichst schnell zu besteigen &#8211; in vielen F\u00e4llen unter Benutzung von Skiern. &#8222;Double 8&#8220; nannte sich ihr aktuelles Vorhaben: Die beiden 8000er Shisha Pangma und Cho Oyu innerhalb von acht Tagen besteigen und die Strecke zwischen den beiden Bergen mit dem Fahrrad zur\u00fccklegen. Wie schreibt B\u00f6hm auf seiner Homepage selbstbewusst \u00fcber sich: &#8222;<a title=\"Homepage von Benedikt B\u00f6hm\" href=\"http:\/\/www.benediktboehm.de\/\">Die Formel 1 des Skibergsteigens<\/a>&#8220; Und etwas kaltschn\u00e4uzig: &#8222;<a title=\"Homepage Benedikt B\u00f6hm\" href=\"http:\/\/www.benediktboehm.de\/\">Weniger labern, machen<\/a>.&#8220;<\/p>\n<p>Die Trag\u00f6die an der Shisha Pangma ist sicherlich nicht auf die Schnelligkeit der beiden Bergsteiger zur\u00fcckzuf\u00fchren. Aber m\u00f6glicherweise auf den Druck, unter dem die Extremsportler standen beziehungsweise sich selbst gesetzt haben. Denn sie betreiben ihren Sport profim\u00e4\u00dfig und vermarkten ihre Leistungen entsprechend professionell. Im aktuellen Fall haben sie auf <a title=\"Die &quot;Double 8&quot;-Expedition auf Spiegel.de\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/wintersport\/shisha-pangma-bergsteiger-im-himalaja-vermisst-a-993730.html\">Spiegel-Online<\/a> intensiv \u00fcber ihre Expedition berichtet. Zahlreiche Sponsoren unterst\u00fctzen sie auf ihrer aktuellen Tour. Da sind die Erwartungen hoch, das selbst definierte, ambitionierte Ziel auch zu erreichen. Denn letztlich h\u00e4ngt vom Erfolg solch extremer Unternehmungen die eigene bergsportliche Vermarktungsf\u00e4higkeit ab. Wer mehrfach sein angek\u00fcndigtes Ziel nicht erreicht, f\u00e4llt in der Sponsoren- und Mediengunst zur\u00fcck.<\/p>\n<p>All dies ist nicht verwerflich, solch ein Verhalten ist nachvollziehbar. Nur: Es ist eben auch sehr riskant. Haag und B\u00f6hm hatten nur ein kurzes Zeitfenster, um ihrem hohen Anspruch gerecht zu werden. Konkret bedeutet dies: Entweder, eine solche Mammuttour gelingt jetzt, innerhalb weniger Tage beziehungsweise Wochen. Oder eben nicht. Im letzteren Fall kehren die Bergsteiger mit leeren H\u00e4nden heim, die gro\u00dfe Ank\u00fcndigung l\u00f6st sich in Nichts auf.<\/p>\n<p>Bergsteiger, die unter einem hohen Erfolgsdruck in der \u00d6ffentlichkeit stehen, gehen im Zweifel Risiken ein, die sie sonst nicht auf sich nehmen w\u00fcrden. In diesem Fall war es die Lawinengefahr. Einige Tage zuvor hatten Haag und B\u00f6hm ihren ersten Gipfelversuch wegen zuviel Schnee abgebrochen. Ohne dass wir Au\u00dfenstehenden die konkreten Verh\u00e4ltnisse in der Gipfelzone der Shisha Pangma am Ungl\u00fcckstag kennen, so ist doch anzunehmen, dass auch bei ihrem zweiten gescheiterten Versuch viel ungefestigter Schnee am Berg hing &#8211; offenbar zuviel. Der Autor dieser Zeilen war selbst im Vormonsun 2014 an der Shisha Pangma unterwegs und hat einen Gipfelversuch wegen zuviel Schnee in \u00fcber 7000 Meter H\u00f6he abgebrochen.<\/p>\n<p>Die Leistungen in allen Sportarten werden weiter in die H\u00f6he getrieben. Beim Bergsteigen nimmt damit in der Regel aber auch das Risiko deutlich zu. Ein Free Solo-Kletterer mag ein Spitzensportler seiner Disziplin sein &#8211; er darf sich aber nicht einen Fehler erlauben. Bei Steilwandskifahrern muss jeder Schwung sitzen. Und H\u00f6henbergsteiger, die neue, extreme Routen versuchen oder wie Haag und B\u00f6hm m\u00f6glichst schnell unterwegs sein wollen, \u00fcbertragen sportliche H\u00f6chstleistungen in ohnehin lebensfeindliche Zonen.<\/p>\n<p>Spitzenbergsteiger werden auch weiterhin ihre Leistungen vermarkten. Der Druck, der auf ihnen lastet, ist gro\u00df. Das Risiko des Scheitern ebenso.\u00a0\u00a9 Bergsturz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der M\u00fcnchener Bergsteiger Sebastian Haag und der Italiener Andrea Zambaldi sind an der 8013 Meter hohen Shisha Pangma im Himalaya kurz unter dem Gipfel von einer Lawine mitgerissen und versch\u00fcttet worden. Sie wurden nach Angaben ihrer Begleiter nicht gefunden. 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