{"id":1594,"date":"2015-05-13T14:59:34","date_gmt":"2015-05-13T12:59:34","guid":{"rendered":"http:\/\/54055846.swh.strato-hosting.eu\/?p=1594"},"modified":"2015-05-13T15:03:16","modified_gmt":"2015-05-13T13:03:16","slug":"iii-europaeisches-patentamt-schweigen-schweigen-schweigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bergsturz.net\/?p=1594","title":{"rendered":"Der lange Weg ins Nichts &#8211; Bewerbungen bei deutschen Firmen (III)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Europ\u00e4isches Patentamt: Schweigen, Schweigen, Schweigen<\/strong><\/p>\n<p>Die Arbeitslosenquote ist gering, die deutschen Unternehmen suchen h\u00e4nderingend Fachkr\u00e4fte. Man m\u00f6chte meinen, dass sie sich also ins Zeug legen, gegen\u00fcber potenziellen Mitarbeitern ihre besten Seiten zeigen und sich bem\u00fchen, mit einem transparenten und z\u00fcgigen Auswahlverfahren das Vertrauen der Bewerber zu gewinnen. Die Wirklichkeit ist vielfach anders, wie drei Beispiele aus der Praxis zeigen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/54055846.swh.strato-hosting.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Patentamt_MUC_Pixabay.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1593\" alt=\"Patentamt_MUC_Pixabay\" src=\"http:\/\/54055846.swh.strato-hosting.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Patentamt_MUC_Pixabay-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/bergsturz.net\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Patentamt_MUC_Pixabay-300x225.jpg 300w, https:\/\/bergsturz.net\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Patentamt_MUC_Pixabay.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Das Europ\u00e4ische Patentamt<\/strong> sucht einen \u201eDirektor Externe Kommunikation \u2013 EPA-Sprecher\u201c f\u00fcr den Standort M\u00fcnchen. Ein spannender Posten, sicherlich. Allerdings sollen Bewerber drei Sprachen flie\u00dfend sprechen \u2013 Deutsch, Englisch und Franz\u00f6sisch. Nun, mit meinem Franz\u00f6sisch ist es nicht so weit her, allerdings erf\u00fclle ich s\u00e4mtliche inhaltlichen Forderungen. Da der aktuelle Pr\u00e4sident jedoch ein Franzose ist, d\u00fcrfte es ohne flie\u00dfende Kenntnisse dieser Sprache schwierig werden, in die innere Wahl zu kommen. Andererseits gibt es seit langem m\u00e4chtig Zoff zwischen Pr\u00e4sident und Mitarbeitern \u2013 vielleicht ist der Pr\u00e4sident ja nicht mehr lange Pr\u00e4sident?<\/p>\n<p>Interessant ist die Position auch hinsichtlich ihrer Bezahlung. In der Stellenbeschreibung hei\u00dft es: \u00a0\u201eDas EPA bietet ein attraktives Nettogehalt bzw. Grundgehalt (je nach Vorerfahrung 9 575 bis 13 614 EUR monatlich nach Abzug der internen Steuer). Zum Besoldungspaket der EPA-Bediensteten geh\u00f6ren au\u00dferdem diverse Leistungen und Zulagen, etwa eine Haushalts- und Erziehungszulage, eine Einrichtungsbeihilfe, eine private Krankenversicherung sowie ein eigenes Versorgungssystem.\u201c<\/p>\n<p>Wow, bis zu 13600 Euro monatlich netto plus Zusatzleistungen Wo gibt es denn sowas? Machen die dort einen so genialen Job, dass sie derart f\u00fcrstlich entlohnt werden m\u00fcssen? Ich habe mal einen Patentamtsmitarbeiter getroffen. Der berichtete mir eher gelangweilt von seinem Alltag mit tausenden Normen und Vorschriften.<\/p>\n<p>Wer finanziert eigentlich das EPA? Ach ja, alle B\u00fcrger Europas.<\/p>\n<p>Ich f\u00fclle das umfangreiche Onlineformular des EPA aus. Einige Bugs in der Programmierung machen das Vorankommen holprig, manche Fragen und Anweisungen lassen jetzt schon auf ein hohes Ma\u00df an B\u00fcrokratie schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Am 8. Dezember verschicke ich meine Bewerbung. Wie \u00fcblich bei solchen Programmen erhalte ich eine automatische E-Mail:<\/p>\n<p>\u201eDies ist eine automatisch erzeugte E-Mail. Bitte nicht antworten.\u00a0Vielen Dank f\u00fcr Ihre Bewerbung und Ihr Interesse an einer T\u00e4tigkeit im Europ\u00e4ischen Patentamt.\u00a0Auf Grund der Vielzahl der eingegangenen Bewerbungen wird die Bearbeitung eininge Zeit in Anspruch nehmen. Wir m\u00f6chten Sie bitten, die Personalabteilung nicht zu kontaktieren. Entscheidungen bez\u00fcglich Ihrer Bewerbung werden per E-Mail und auf durch den personalisierten Status-Report auf unserer Webseite kommuniziert.\u201c<\/p>\n<p>Die grammatikalischen und orthografischen Schnitzer in der Mail wecken Zweifel bei mir, ob die EPA-Mitarbeiter ihr Geld wirklich wert sind.<\/p>\n<p>Die Formulierung \u201eeininge Zeit in Anspruch nehmen\u201c scheint die Personalabteilung des EPA sehr ernst zu nehmen, denn zwei Monate lang h\u00f6re ich nichts mehr aus dem Amt. Dann beschlie\u00dfe ich nachzufassen, wenngleich ich mich damit \u00fcber die Aufforderung hinwegsetze, die Personalabteilung nicht kontaktieren zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>\u201eSehr geehrte Damen und Herren, ich habe mich am 4.12.2014 auf die ausgeschriebene Position des Direktor Externe Kommunikation \u2013 EPA-Sprecher beworben. Seitdem habe ich nichts von Ihnen geh\u00f6rt. K\u00f6nnten Sie mir bitte den aktuellen Stand meiner Bewerbung mitteilen?\u201c<\/p>\n<p>Noch am selben Tag erhalte ich eine R\u00fcckmeldung:<\/p>\n<p>\u201e\u2026Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt haben wir leider noch keine weitere Information bzgl. den Stand Ihrer Bewerbung.\u00a0Vielen Dank f\u00fcr Ihr Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>Human resources officer Recruitment | Dir. 4.3.4.1<br \/>\nEuropean Patent Office\u201c<\/p>\n<p>Das ist bedauerlich. Bedauerlich auch, dass die EPA-Mitarbeiter noch nichts vom Genitiv geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p>Also warte ich zwei weitere Monate ab, in denen es dem EPA offensichtlich auch nicht gelingt, das Auswahlverfahren voran zu bringen. Dann hake ich erneut nach.<\/p>\n<p>\u201e\u2026nachdem zwei weitere Monate vergangen sind und ich nichts aus Ihrem Hause geh\u00f6rt habe, w\u00fcrde ich erneut gerne wissen, wie der Stand des Bewerbungsverfahrens ist.\u201c<\/p>\n<p>Auf eine Antwort warte ich immer noch. Ich glaube, den Kommunikationsjob beim Patentamt kann ich mir abschminken. Schade eigentlich. Die 13.600 Euro monatlich plus Zusatzleistungen h\u00e4tte ich gerne gehabt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europ\u00e4isches Patentamt: Schweigen, Schweigen, Schweigen Die Arbeitslosenquote ist gering, die deutschen Unternehmen suchen h\u00e4nderingend Fachkr\u00e4fte. 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