{"id":1926,"date":"2021-12-14T14:04:00","date_gmt":"2021-12-14T12:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/54055846.swh.strato-hosting.eu\/?p=1926"},"modified":"2021-12-13T14:06:43","modified_gmt":"2021-12-13T12:06:43","slug":"drei-politische-quick-wins-fuer-unsere-umwelt-und-fuer-uns-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bergsturz.net\/?p=1926","title":{"rendered":"Drei politische Quick Wins f\u00fcr unsere Umwelt \u2013 und f\u00fcr uns"},"content":{"rendered":"\n<h2>Teil 3: Volksbegehren f\u00fcr ein Tempolimit<\/h2>\n\n\n\n<p>Gut, die neue Regierung hat entschieden, dass es kein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen geben soll. Zumindest steht dieses Ziel nicht im Koalitionsvertrag. Auf gut 70 Prozent der gut 25.000 deutschen Autobahnkilometern kann damit weiterhin das Gaspedal weit durchgedr\u00fcckt werden. Schade, denn es w\u00e4re die M\u00f6glichkeit f\u00fcr einen weiteren Quick Win der Scholz-Regierung gewesen: Ein Tempolimit von 130 oder gar 120 Stundenkilometern h\u00e4tte schnell entschieden und umgesetzt werden k\u00f6nnen. Die Ma\u00dfnahme h\u00e4tte niemandem wirklich weh getan, denn auch bei dieser Geschwindigkeit ist ein flottes und fl\u00fcssiges Reisen gut m\u00f6glich. Die Autofahrer m\u00fcssten dabei nicht einmal den Fu\u00df vom Gaspedal nehmen \u2013 sie br\u00e4uchten ihn lediglich nicht mehr ganz so weit durchdr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1,9 Millionen Tonnen ist nicht viel?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ma\u00dfnahme h\u00e4tte eine sofortige positive Wirkung f\u00fcr unsere Umwelt, denn sie tr\u00e4gt unmittelbar und sp\u00fcrbar zur Reduzierung des Schadstoffaussto\u00dfes bei. Nach Untersuchungen des Umweltbundesamtes w\u00fcrde eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 Stundenkilometer den j\u00e4hrlichen Aussto\u00df an sch\u00e4dlichen Treibhausgasen (CO2) um 1,9 Millionen Tonnen senken. Manche, wie der ehemalige CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet, sagen zwar, das sei nur ein kleiner Effekt; doch zum einen sind 1,9 Millionen f\u00fcr sich genommen eine durchaus beachtliche Zahl; zum anderen erreicht man sein Ziel bekannterma\u00dfen nur, wenn man viele einzelne Schritte aneinandersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Entscheidung f\u00fcr eine Geschwindigkeitsobergrenze w\u00e4re dar\u00fcber hinaus schonend f\u00fcr den Geldbeutel der Autofahrer gewesen, da der Benzinverbrauch der Schnellfahrer sinkt und damit deren Ausgaben f\u00fcr Kraftstoff. Schlie\u00dflich w\u00e4re entgegen aller Meinungen von Tempolimit-Gegnern eine weitere Reduzierung der Unf\u00e4lle m\u00f6glich, da harmonische Geschwindigkeiten ohne Tempoausreissern nach oben die Gefahren pl\u00f6tzlicher Kollisionen deutlich verringern. Wie all dies entspannt gelingen kann, zeigt sich in \u00d6sterreich auf der Inntalautobahn zwischen Kufstein und Innsbruck: Hier gilt durchgehend Tempo 100. Beinahe alle halten sich daran, da jedem bewusst ist, dass andernfalls ein drastisches Bu\u00dfgeld droht. Es ist ein allgemeines Gleiten, ohne Hetze, ohne Stress, ohne nerv\u00f6ses Dr\u00e4ngeln. Gut nicht nur f\u00fcr Umwelt und Geldbeutel, sondern auch f\u00fcr die Seele.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber gut, Herr Lindner und seine FDP wollten all dies nicht. F\u00fcr sie stehen die Interessen der Autoindustrie und Autofahrer offensichtlich \u00fcber denen der Umwelt. Offenbar bedeutet Freiheit f\u00fcr diese Leute auch Freiheit zum Rasen. Gleiches gilt f\u00fcr die Pr\u00e4sidentin des Bundesverbandes der deutschen Automobilindustrie, Hildegard M\u00fcller, die k\u00fcrzlich in einem Interview mit der FAZ behauptete, ein Tempolimit sei ein \u201ev\u00f6llig \u00fcberh\u00f6htes Symbol\u201c. Dass sie so etwas sagt, ist nicht verwunderlich, immerhin vertritt sie die Interessen ihrer Klientel. 1,9 Millionen Tonnen CO2, die sich \u00fcber uns und unser Land ausbreiten, sind auch f\u00fcr sie offensichtlich eine kleine Zahl.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zeit f\u00fcr ein Volksbegehren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nun, da die Politik sich nach wie vor und wieder einmal scheut, diesen Quick Win einzufahren, w\u00e4re es an der Zeit des Volkes, ihn einzufordern. Es h\u00e4tte das Mittel des Volksbegehrens und gegebenenfalls in der Folge des Volksentscheides, diesen Schritt gegen den Willen der neuen Regierung, aber mit dem Willen einer Mehrheit der B\u00fcrger, durchzusetzen. Nach verschiedenen Untersuchungen sprechen sich teils \u00fcber 70 Prozent der B\u00fcrger daf\u00fcr aus. Selbst nach einer Umfrage des Autofahrerverbandes ADAC sind gut 50 Prozent der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr eine Geschwindigkeitsobergrenze.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Tempolimit von 130 auf deutschen Autobahnen passt jetzt so gut in die Zeit wie nie zuvor. Alle reden davon, unser Klima zu retten. Und wir nehmen uns nach wie vor die Freiheit, ungehemmt zu rasen. Ganz nach dem Motto: Mag die Welt auch untergehen, aber mit Tempo. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dass ein Volksbegehren in derart grundlegenden Fragen funktionieren kann, zeigte einst die Durchsetzung des Rauchverbots in Gastst\u00e4tten und \u00f6ffentlichen R\u00e4umen. Warum nicht also auch diesen Schritt in Sachen Tempolimit gehen, um unserer Umwelt und damit uns allen ganz schnell ein bisschen mehr Luft zu verschaffen. Wenn die Politik es nicht will, dann eben das Volk.<\/p>\n\n\n\n<p>P.S.: Wie schnell darf man eigentlich bei unseren Nachbarn maximal fahren? Italien 130km\/h, Frankreich 130 km\/h, Schweiz 120 km\/h, Belgien 120 km\/h, Niederlande 100 km\/h\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 3: Volksbegehren f\u00fcr ein Tempolimit Gut, die neue Regierung hat entschieden, dass es kein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen geben soll. Zumindest steht dieses Ziel nicht im Koalitionsvertrag. 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