Zensur beim Wow-Museum in München?

Die Google-Bewertungen für das Wow-Museum in München lesen sich vielversprechend: „Großer Spaß, sehr empfehlenswert!“; „Ein schönes Museum der Illusionen“; „Wir waren zwei Erwachsene und hatten riesigen Spaß. Ist auch toll für Familien“. Fast immer sind die Bewertungen garniert mit mindestens vier von fünf möglichen Sternen.

Das Museum bezeichnet sich selbst als „Room for Illusions“. Dementsprechend groß ist die Erwartung beim Betreten der Örtlichkeit. Die entpuppt sich von Anfang allerdings als recht schmales Gebäude, eingepresst zwischen anderen Häusern. Wer nun erwartet, die Ausstellung würde sich wenigstens über sämtliche Stockwerke erstrecken, wird enttäuscht – nur das Erdgeschoss und das ebenso überschaubare Untergeschoss dienen als Ausstellungsfläche. Nun denn, vielleicht sind die Exponate umso aufregender. Das sind sie leider nicht. Es handelt sich vielfach um optische Täuschungen und digitale optische Effekte. Das ist nett, manchmal auch überraschend, mehr aber auch nicht. Dafür ist ein stattlicher Preis zu zahlen, an Wochenenden sind Erwachsene mit 25 Euro dabei.

Angesichts dieser Erfahrungen sieht man sich ermuntert, auf Google den vielen 5-Sterne-Bewertungen eine 1-Sterne-Rezension gegenüberzustellen. Der Text dazu: „Eher „Naja“ als „Wow“. Man sieht auf überschaubarer Ausstellungsfläche einige digitale optische Täuschungen, darf in Spiegel schauen und mit Bauklötzchen spielen. Dafür deutlich überteuert.“

Bewertung gelöscht

Diese Bewertung hat leider keine lange Halbwertzeit. Nach wenigen Tagen teilt Google einem mit, dass diese wegen ihres Inhaltes wieder gelöscht worden sei. Nanu, hat man jemanden beleidigt? Oder fühlt sich hier jemand auf den Schlips getreten? Hat Google eingegriffen? Oder stecken vielleicht die Inhaber und Gründer des Museums, Vanessa und Matthias Kammermann, dahinter? Was in gewisser Weise verständlich wäre, denn wer möchte schon, dass über seine schöne 5-Sterne-Bewertungslandschaft Wolken hinwegziehen. Am Ende bleiben noch Kunden weg.

Interessanterweise scheint man mit seiner Löschung der Wow-Bewertung nicht allein zu sein. Google selbst teilt mit, dass „im vergangenen Jahr 151 bis 200 Bewertungen aufgrund einer Beschwerde wegen Diffamierung nach deutschem Recht entfernt“ worden seien. Und wieder stellt sich die Frage: Wer hat hier Beschwerde wegen Diffamierung eingelegt?

Auf eine entsprechende Nachricht an die Betreiber des Museums hüllen sich Herr und Frau Kammermann in Schweigen.

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