Zugspitze: Wenn der Berg bricht

Nach einem Felssturz unterhalb des Zugspitzgipfels äußern sich die Betreiber der Tiroler wie auch der Bayerischen Zugspitzbahn mit beschwichtigenden Worten: Die Bahnen, deren Bergstationen beide nahe des Gipfels liegen, seien nicht betroffen. Der Betrieb laufe normal. Felsstürze dieser Art kämen immer wieder vor. Rund 30 Kubikmeter Gestein haben sich vor einigen Tagen aus zirka 2800 Meter Höhe nahe Stütze 3 der Tiroler Zugspitze in die Tiefe verabschiedet, das Gerumpel war deutlich hörbar, die Staubwolke weithin sichtbar.

Weit ausladend: Plattform der Zugspitz-Seilbahn

Hoffen wir, dass die Beschwichtigungen zutreffen. Denn wer Deutschlands höchsten Berg jemals von der Tiroler Seite her oder vom Zugspitzplatt aus zu Fuß bestiegen hat, stellt fest, dass der Gipfelaufbau ein ziemlicher Bruchhaufen ist, gespickt von lockerem Gestein. Kurz unter dem Gipfel tun sich sogar zwei große Löcher im Fels auf, als wäre dieser hier in sich zusammengebrochen. Wissenschaftler haben zudem festgestellt, dass der Permafrost tief im Gestein sich allmählich zurückzieht und damit ein Faktor von Stabilität schwindet.

Das wäre nicht wirklich beunruhigend, hätten Bayern und Tiroler nicht auf den schmalen Gipfelkamm riesige Bauten gesetzt, die hunderte Tonnen wiegen, im Falle der bayerischen Zugspitzbahn viele Meter weit über den gähnenden Abgrund hinaus ragen und an denen zudem die Zugseile der beiden Bahnen zerren. Als laienhafter Beobachter könnte man meinen: zu viel Beton und Spannung für einen eher brüchigen Berg. Aber die Geologen und Statiker haben sicher gute Arbeit gemacht und alles genauestens berechnet. Nicht, dass es bei der Touristenattraktion Zugspitze in Analogie zu den zahlreichen maroden Brücken in Deutschland eines Tages heißt: Wegen Bergschäden geschlossen.

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