MC Services: So geht Pressearbeit

Die Münchner PR-Agentur MC Services, spezialisiert auf die Biotechbranche, zeigt im Internet, wie professionelle Pressearbeit geht:

 MEDIGENE AG: MEDIGENE RECEIVES APPROVALS FOR ITS FIRST CLINICAL TRIAL WITH TCR THERAPY MDG1011

Lorem ipsum dolor sit amet,  sed pulvinar lacus risus, eu fringilla nulla finibus vel. Aenean a eros magna. Suspendisse varius, ex eget aliquet semper, urna nunc lacinia tellus, et gravida tellus eros et ligula. Pellentesque tempor ac lacus id pellentesque. Phasellus dignissim, elit quis dictum accumsan, dui augue pharetra purus, at sollicitudin justo neque et nulla. Quisque vel magna hendrerit, faucibus odio eget, faucibus diam. Nulla non lectus in diam accumsan ornare vel et sapien. Etiam iaculis, arcu quis dignissim interdum, enim ante tincidunt orci, pretium facilisis massa purus id lorem. In mauris ante, ornare nec lorem at, rutrum luctus augue. Donec magna ipsum, ornare non dui vitae, gravida congue est. Nulla vitae eros nec mauris tristique ultricies eget eu velit. Quisque euismod malesuada fringilla. Suspendisse bibendum dui eget nisi tempus pulvinar.

Lorem ipsum dolor sit amet,  sed pulvinar lacus risus, eu fringilla nulla finibus vel. Aenean a eros magna. Suspendisse varius, ex eget aliquet semper, urna nunc lacinia tellus, et gravida tellus eros et ligula. Pellentesque tempor ac lacus id pellentesque. Phasellus dignissim, elit quis dictum accumsan, dui augue pharetra purus, at sollicitudin justo neque et nulla. Quisque vel magna hendrerit, faucibus odio eget, faucibus diam. Nulla non lectus in diam accumsan ornare vel et sapien. Etiam iaculis, arcu quis dignissim interdum, enim ante tincidunt orci, pretium facilisis massa purus id lorem. In mauris ante, ornare nec lorem at, rutrum luctus augue. Donec magna ipsum, ornare non dui vitae, gravida congue est. Nulla vitae eros nec mauris tristique ultricies eget eu velit. Quisque euismod malesuada fringilla. Suspendisse bibendum dui eget nisi tempus pulvinar. Quisque vel magna hendrerit, faucibus odio eget.

Warten auf OTTO

Ich brauche einen neuen Fernseher. Mein altes Röhrengerät kann nicht digital, außerdem ist der Bildschirm so klein, dass ich bereits aus drei Metern nur mit Fernglas etwas erkenne.

Ich recherchiere, lese Testberichte, vergleiche Preise. Am Ende weiß ich, dass ich den Panasonic TX-32ESW504S LED-Fernseher (80 cm/32 Zoll, HD, Smart-TV) in Silber haben möchte. Den gibt es bei Otto.de für 282,34 Euro. Ein guter Preis.

Otto: 29.10.2018
Lieber Herr Schüller,
vielen Dank für Ihre Bestellung vom 29.10.2018 bei OTTO, deren Zugang wir Ihnen hiermit bestätigen. Den aktuellen Status Ihrer Bestellung finden Sie jederzeit unter Mein Konto.
Freundlich grüßt Sie
Ihr OTTO-Service-Team

Der Artikel werde Mitte Dezember lieferbar sein, also in eineinhalb Monaten. Solange kann ich warten. Auf meinen Laptop kann ich bis dahin ARD und ZDF online anschauen.

Es ist der 14. Dezember 2018. Lange nichts von Otto gehört. Ich frage per E-Mail nach:

Ich, 14.12.2018
Guten Tag,
nachdem 1,5 Monate seit meiner Bestellung des Fernsehers vergangen sind, wollte ich nachfragen, ob das Teil noch in diesem Jahr kommt oder erst 2025? Muss der noch gebaut werden?
Mit freundlichen Grüßen…

Otto: 14.12.2018
Hallo Herr Schüller,
ich habe mich gleich nach der Lieferung des Fernsehers erkundigt.
Ein Blick in Ihr Kundenkonto zeigt mir, dass die Lieferung voraussichtlich in der kommenden Woche erfolgt. Bitte beachten Sie, dass bereits bei Bestellung am 29.10.2018 eine Lieferzeit zu Mitte Dezember angegeben war.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit.
S. R. aus dem OTTO-Service-Team

Das klingt gut. Allerdings erhalte ich zwei Tage später wieder eine Nachricht von Otto.

Otto: 16.12.2018
Lieber Herr Schüller,
leider müssen wir Ihnen heute mitteilen, dass wir den bei Ihrer Bestellung angekündigten Liefertermin nicht einhalten können. Den aktuellen Lieferstatus sehen Sie in der unten stehenden Übersicht.
Aber vielleicht finden Sie auf www.otto.de einen ähnlichen Artikel, der Ihnen genauso gut gefällt.
Freundlich grüßt Sie
Ihr OTTO-Service-Team
Artikel-Nr.: 3160886522   Bestelldatum: 29.10.2018, lieferbar in zwei Wochen

Hmh, da war Frau R. aus dem Otto-Team wohl nicht richtig informiert. Ich schreibe ihr:

Ich, 16.12.2018
Hallo Frau R.,
Glückwunsch – Ihre unten genannte Prophezeiung trifft nicht zu: Lieferung ist nach neuester Meldung nun Mitte Januar. Voraussichtlich.
Sie sollten Saft verkaufen. Das würde zur Arbeitsweise Ihres Ladens passen.
Mit freundlichen Grüßen…

Daraufhin ruft mich eine Otto-Mitarbeiterin an. Sie entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten. Frau R. habe das nicht so gemeint. Mein Fernseher werde im Januar geliefert, definitiv. Wahrscheinlich sogar schon Anfang Januar.

Otto: 13.1.2019
Lieber Herr Schüller,
Sie warten bereits seit einiger Zeit auf Ihre Bestellung. Trotz aller Bemühungen müssen wir Ihnen leider sagen, dass wir den mitgeteilten Liefertermin nicht einhalten können. Dafür bitten wir Sie um Entschuldigung. Den aktuellen Lieferstatus sehen Sie in der unten stehenden Übersicht.
Aber vielleicht finden Sie auf www.otto.de einen ähnlichen Artikel, der Ihnen genauso gut gefällt.
Freundlich grüßt Sie
Ihr OTTO-Service-Team

Da sehe ich mich genötigt, nochmal in die Tasten zu hauen.

Ich, 15.1.2019
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich beglückwünsche Sie zu der erneuten Verschiebung des Liefertermins. Ihr Vorgehen ist mittlerweile derart skurril, dass ich mir die Freiheit nehme, diesen in meiner beruflichen Tätigkeit als Wirtschaftsjournalist aufzugreifen.
Mit freundlichen Grüßen…

Tja, vielleicht hätte ich das nicht schreiben sollen. Denn nun teilt mir Otto mit:

Otto: 18.1.2019
Lieber Herr Schüller,
trotz aller Bemühungen können wir folgende Artikel leider nicht liefern. Es tut uns sehr leid, dass Sie vergeblich warten mussten.
Aber vielleicht finden Sie auf www.otto.de einen ähnlichen Artikel, der Ihnen genauso gut gefällt.
Selbstverständlich sind wir bei Fragen gerne für Sie da.
Freundlich grüßt Sie
Ihr OTTO-Service-Team

 

Die Mär vom Schneechaos

Anfang 2019. In Südbayern, den bayerischen Alpen und Österreich herrscht Schneechaos. Radio- und Fernsehsender berichten von dramatischen Entwicklungen: Es liege bereits ein Meter Schnee, in den nächsten Tagen komme  nochmal bis zu einem Meter Schnee darauf. Ein Bayern-5-Reporter berichtet aus Salzburg von heftigen Schneefällen, Miesbach hat den Katastrophenzustand ausgerufen, Jachenau ist von der Außenwelt abgeschnitten, Bäume brechen unter der Schneelast, die Bahn gerät aus dem Takt. Sogar Liftgebiete am Sudelfeld und Spitzingsee mussten ihren Skibetrieb einstellen.

In Zeiten des Klimawandels scheinen manche vergessen zu haben, dass es im Winter schneien kann. In medial und sprachlich aufgeheizten Zeiten wird aus einem starken Schneefall gleich ein Ausnahmezustand oder eine Katastrophe. Dass ein Ort wie die Jachenau mit seinen 824 Einwohnern von der Außenwelt abgeschnitten ist, wird zu einem herausragenden Ereignis hochstilisiert und soll die volle Dramatik der Lage zeigen.

Dabei ist es in den Alpen völlig normal, dass im Winter mal ein Ort wegen viel Schnee temporär nicht erreichbar ist. Wobei heutzutage per Helikopter jeder Ort erreichbar ist – es muss also niemand hungern, weil er mit seinem SUV mal für ein paar Tage nicht den nächstgelegenen Aldi oder Hofer erreicht.

Im Übrigen fragt man sich, von welchen Schneemengen hier überhaupt gesprochen wird. Die Webcam von Salzburg zeigt eine leichte Schneebedeckung der Stadt, auf Miesbachs Dächern liegen vielleicht 30 Zentimeter, und auch in der Jachenau sind es nicht viel mehr.

Vielleicht ist es einfach nur das Chaos in den Köpfen von einigen Verantwortlichen und Medienschaffenden, die entweder in Hysterie oder in Aufmerksamkeitswahn geraten. Zwei Wochen vorher sah die Lage zudem noch völlig anders aus: Null Schnee auf dem Sudelfeld und am Spitzing – wobei, das stimmt nicht: es gab schmale weiße Bänder aus Kunstschnee, die Schneekanonen hatten die angelegten Speicherseen bereits zur Weihnachtszeit 2018 beinahe leer gesogen, damit den Skifahrern so etwas wie Schnee präsentiert werden konnte. Dass das Fahrvergnügen auf diesen eisharten Pisten gegen Null geht, ist ein anderes Thema. Auch, dass manche Leute bereit sind, dafür 40 Euro für ein Tagesticket auszugeben.

P.S.: Südtirol wäre froh um unser Schneechaos – dort liegt im Januar 2019 gar nichts.

P.P.S.: Dass die Bahn bei Schneefall durcheinander gerät, ist mittlerweile bekannt. Schnee scheint bei dem Unternehmen ein unvorhersehbares Phänomen zu sein, auf das offenbar kein Mitarbeiter vorbereitet ist.

Nachtrag am 10.1.2019: Nach mittlerweile dauerhaftem Schneefall muss ich zugeben – es liegt ordentlich Schnee in den Vor- und Nordalpen. Es scheint ein echter Winter zu sein.

Das Rätsel der Biotomate

Biotomaten kosten in meinem Biosupermarkt mehr als acht Euro das Kilo. Im Lidl, Aldi oder Rewe bekomme ich „normale“ Tomaten für die Hälfte des Preises.

Wieso sind die sogenannten Biotomaten, die also völlig naturbelassen sind und keine teuren Pflanzenbehandlungsmittel abbekommen haben, doppelt so teuer wie Nicht-Bio-Tomaten. Müssten sie nicht sogar billiger sein, da man sie frei und unbeeinflusst wachsen ließ?

Eigenartige Preisgestaltung, die wohl auf findige Marketingleute zurückgeht, die herausgefunden haben, dass alles, was das Label „Bio“ trägt ein Mehrfaches kosten.

Brexit. Welcher Brexit?

Am 29. März 2019, 23 Uhr, ist Brexit-Time. Da verlassen die Briten die Europäische Union. Wirklich? Nach dem jetzt ausgehandelten Deal bleibt Großbritannien in der Zollunion mit der EU. EU-Bürger wie auch Briten auf dem Kontinent genießen weiterhin Freizügigkeit.

Die Briten unterwerfen sich künftig also den Regeln der EU, dürfen aber nicht mehr mitreden und zahlen dafür auch noch bis zu 45 Milliarden Euro an Scheidungskosten. Was für ein Deal!

Was ist eigentlich mit der Autobahnmaut?

Und plötzlich erinnert man sich an den Mann mit den schütteren, quer gelegten Haaren und stets vor der Brust verschränkten Armen: Ex-Verkehrsminister Dobrindt. Wollte der nicht die Autobahnmaut einführen? war das nicht mal ein großes Thema?

Wir schauen nach: Seit 31. März 2017 ist die Autobahnmaut beschlossene Sache. An diesem Tag nahm sie die Hürde im Bundesrat. Dobrindt, der irgendwie an einen bissigen Hund erinnerte, hatte 2014 angekündigt, dass am 1. Januar 2016 die Maut gelten werde. Nun, der Zeitpunkt ist verstrichen. Jetzt ist von 2019 die Rede. Der aktuelle Verkehrsminister sagt hingegen, dass die Maut „auf jeden Fall in dieser Wahlperiode“ eingeführt werde. Die endet 2021.

Fast könnte man den Eindruck gewinnen, Dobrindt hat einfach den Mund zu voll genommen. Viele Worte, nichts dahinter.

Bayer – der programmierte Absturz

Die Aktie des Leverkusener Bayer-Konzerns befindet sich seit Monaten auf Talfahrt. Am 23. Oktober 2018 stürzt das Papier an einem einzigen Tag sogar um zehn Prozent ab.

Kein Wunder!

Das Management von Bayer mag ja glauben, die Übernahme des US-Gentechnikkonzerns Monsanto sei eine gute Sache fürs Geschäft. Vielleicht hätten die hochbezahlten Manager stattdessen mal die Menschen auf der Straße befragt: die hätten ihnen mitgeteilt, dass der Ruf von Monsanto miserabel ist. Und dass Gerichtsprozesse mit schmerzhaften Schadenersatzzahlungen drohen, weil die Genprodukte des US-Konzerns unerwünschte Nebenwirkungen zeigen, konnte sich jeder halbwegs informierte Mensch ebenfalls denken. Nur das Management von Bayer sah das offenbar anders.

Der Wertverlust bei Bayer ist ein Absturz mit Ansage. Er war vorhersehbar, nur die Leverkusener Chefetage verschloss die Augen. Ein schwerer Fall von Realitätsverlust und Überheblichkeit. Die Rechnung wird nun Stück für Stück präsentiert , die Firma steht erst am Anfang einer langen hausgemachten Leidensperiode. Anzunehmen ist, dass der Aktienkurs damit auch in den kommenden Monaten weiter einbrechen wird.

 

Sprache: Bitte humorfrei und steril

Bei der Leichtathletik-EM haben die deutschen Sprinterinnen die Bronzemedaille geholt, namentlich Lisa-Marie Kwayie, Gina Lückenkemper, Tatjana Pinto und Rebekka Haase. Das ZDF titelte bei Twitter unter einem Foto der vier mit knappen Hosen bekleideten Frauen: „Unser flotter Vierer“. Das empört natürlich, unter anderem Spiegel Online. Als „billigen Sex-Witz“ stuft ihn das Nachrichtenportal ein und verweist auf die lebhafte Diskussion bei dem Kurznachrichtendienst.

„Unser flotter Vierer“ geht natürlich gar nicht. Wenngleich es vier Damen sind, und flott waren sie auch unterwegs. Sprachlicher Witz darf nicht sein, auch keine noch so entfernte Anlehnung an eine andere, sexuell belastete Behauptung. Es könnte sich jemand belästigt fühlen, weil ein Redakteur sich Gedanken gemacht hat, wie er ein Foto originell beschriftet.
Auch wir plädieren für künftig humorfreie, einfallslose, langweilige und sterile Betitelungen. Phantasie in Redaktionen sollte abgemahnt werden, Sachlichkeit hat Vorrang. Freuen wir uns auf die schöne neue Kommunikationswelt – und die Schere im Kopf.

Die Flüchtlingskrise – eine SOP für Europa

Unternehmen, die erfolgreich sind, haben Prozesse etabliert, sogenannte Standard Operation Procedures (SOPs). Damit gelingt es ihnen, mit möglichst wenig Aufwand möglichst effektiv wiederkehrende Abläufe zu managen.

Seltsam, dass in der Politik noch niemand davon gehört zu haben scheint. Wie sonst ist zu erklären, dass der kaum mehr zu ertragende Streit über das Thema Flüchtlinge (gibt es eigentlich noch andere Themen? Bildung, Wirtschaft Infrastruktur…?) nicht gelöst wird – in Form von klaren, definierten Prozessen. Die könnten wie folgt aussehen:

a) Am Rande von Europa werden zentrale Aufnahmelager geschaffen, durch die alle Flüchtlinge durch müssen. Sie bieten menschenwürdige Lebensverhältnisse, medizinische Versorgung und Bildungseinrichtungen für die Kinder. Die Lager werden von der gesamten Gemeinschaft finanziert und personell ausreichend ausgestattet. Die EU holt die Flüchtlinge an zentralen Orten ab und bringt sie geordnet dorthin, damit Schlepper keine Chance mehr haben und niemand mehr auf der Flucht ertrinken muss.

b) In diesen Lagern werden die Asylverfahren zügig abgearbeitet. Wer nicht asylfähig ist, wird zurückgeschickt. Wer keinen Pass hat, erhält die Gelegenheit, sich über Konsulate seines Heimatlandes einen zu besorgen, andernfalls wird auch diese Person zurückgeschickt. Wer hingegen asylfähig ist, wird per Quotensystem einem europäischen Land zugewiesen. Asyl soll kein Wunschkonzert sein.

c) Das aufnehmende Land versorgt die Asylanten mit Wohnung, Lebensmitteln, Medizin und übergibt den Menschen einen klaren Integrationsplan. Dieser verlangt von den Neuankömmlingen, dass sie innerhalb bestimmter Fristen die Sprache lernen und sich fit für den lokalen Arbeitsmarkt machen müssen. Darüber hinaus verpflichten sich die Asylanten, die Werte des jeweiligen Landes anzuerkennen und danach zu handeln. Wer diese Kriterien nicht einhält oder erfüllt, riskiert seinen Asylstatus – ihm droht die Abschiebung.

d) Wenn bestimmte EU-Staaten diesen gemeinsamen Wertekodex – die Aufnahme hilfsbedürftiger Menschen – nicht mittragen, ist dies auf Dauer nicht zu akzeptabel. Im ersten Schritt werden ihnen finanzielle EU-Mittel gekürzt, im zweiten erhalten sie weniger Mitspracherecht. Ändern sie auch dann ihr Verhalten nicht, verlieren sie ihren Status als EU-Mitglied.

e) Parallel zu dieser Flüchtlings-SOP gibt es ein klares Einwanderungsgesetz. Dieses hat zum Ziel, qualifizierte Menschen aus anderen Ländern in die EU zu holen, sofern sie bestimmte Bedingungen, wie sie beispielsweise Kanada erarbeitet hat, erfüllen.

Mit dieser SOP hätte Europa endlich wieder Luft, sich um die anderen wichtigen Themen – Umwelt, Wirtschaft, Bildung, Wohnungsbau etc. – zu kümmern. Übrigens: Auch bei diesen Themen ist eine SOP hilfreich.

Seehofers Dämmerung – Chance für Bayern

Der deutsche Innenminister und frühere bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer befindet sich im Endstadium seiner politischen Ehe mit Frau Merkel. Es funktioniert schon lange nicht mehr, und das liegt vor allem an Herrn Seehofer, dessen Haupttätigkeit in den vergangenen Jahren darin zu liegen schien, der Bundeskanzlerin einen Knüppel nach dem anderen zwischen die Beine zu werfen.

Nun, da er seinen Rücktritt angekündigt hat und doch nochmal mit Frau Merkel reden will, reagiert er wie ein panisch gewordener Ehemann in den letzten Zügen der Beziehung: Er kann mit der Frau nicht mehr, kündigt an, dass er sie verlassen wird, will dann aber doch nochmal mit ihr reden, obwohl er weiß, dass es nichts bringt. Er hat verloren, aber es fällt ihm schwer, das zu akzeptieren.

Und mit ihm verliert die CSU. Denn wie soll die Ehe zwischen CDU und CSU noch weiter möglich sein nach all dem Streit, den Vorwürfen und persönlichen Anfeindungen?

Doch gerade darin liegt die große Chance: Die CDU könnte die Gelegenheit nutzen, endlich auch in Bayern Präsenz zu zeigen und bei Wahlen anzutreten. Was für ein Segen für die zahllosen bayerischen Wähler, die eigentlich Merkel beziehungsweise CDU wollen, bislang aber Seehofer und dessen Wadenbeißer Dobrindt, Scheuer und Söder wählen mussten. Eine schwere Last würde von diesem Land der machtgeilen Politmänner fallen.  Die würden endlich wieder auf das zurecht gestutzt, was sie sind – Provinzfürsten im Süden der Bundesrepublik, die gerne mit dem ungarischen Zaunbaumeister Orban und dessen österreichischem Nachahmer Kurz spielen, aber mitansehen müssen, wie ihr Einflussbereich immer kleiner wird, weil die bayerischen Wähler nun CDU wählen.