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September 2010
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  • 08Sep

    Es war mit Lydia ausgemacht, dass wir uns um zehn Uhr am Spielplatz treffen. Aber sie kommt nicht. Ich rufe an. Sie sagt, sie hätte gestern, am Tag des Umzugs, solch einen Stress gehabt, dass sie nun keine Milch produziere. Johanna schreie stundenlang vor Hunger. Sie käme um drei Uhr nachmittags zum Spielplatz, wenn ich wolle, könne ich ebenfalls kommen.

  • 06Sep

    Irgendwann muss Franziska auf die Toilette. Sie sagt: „Mama hat gesagt, Papa soll nicht meinen Popo sauber machen.” Doch kurz darauf ruft sie mich ausdrücklich auf die Toilette und zeigt mir stolz, wie sie alleine Pipi machen kann. Wir waschen die Hände und spielen weiter. Gegen 20 Uhr verabschiede ich mich. Ich vereinbare mit Lydia, dass wir am nächsten Tag gemeinsam auf den Spielplatz gehen.

    Ich bin erstaunt, dass dies plötzlich möglich sein soll. Ist dies eine einmalige Sache, ein Zufall, der sich durch das Bringen der Matratze ergeben hat? Oder ist dies die Wirkung des Gutachtens, das ja zu einer ziemlich klaren Meinung kommt? Vielleicht ist es aber auch eine Aktion Gottes, ein wirklich großartiges Zeichen des Himmels, wärend Bischof Mixa keine Erklärung für die Kidnesmissbräuche in seinem Verein hat.

     

     

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  • 04Sep

    Nach dem Umzug bleiben Mutti und Vater noch eine Weile und helfen mir, den Schrank, das Bett und das Wohnzimmerregal zu errichten. Das ist nett von ihnen. Sie sind nicht mehr die Jüngsten, deutlich über 60, dennoch sind sie mir eine große Hilfe. Wir trinken noch Kaffee, dann fahren sie nach Hause.

    Ich habe Lydia versprochen, ihr meine Matratze vorbeizubringen. Ich fahre am frühen Abend bei ihr vorbei, trage die Matratze in die Wohnung hinauf. Franziska will mit mir spielen, zieht mich in die Wohnung hinein. Lydia erhebt keinen Widerspruch. Also nutze ich die Gelegenheit, ziehe die Schuhe aus und spiele eineinhalb Stunden lang mit Franziska. Wir hören eine Kassette, spielen mit Puppen und dem Zug, wir gehen auf den Balkon und spielen mit Figuren auf dem Geländer. Franziska schmiegt sich an mich und sagt: „Papa, ich hab Dich sehr lieb.” Ich sage Franziska, dass ich sie auch sehr lieb habe, ebenso wie die Mama und Johanna sie sehr lieb haben.

     

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  • 02Sep

    Umzug. Heute hole ich meine restlichen (eigentlich: die meisten) Möbel und persönlichen Gegenstände aus der ehelichen Wohnung. Es helfen mir: Mutti, Vater, Anja, Stefan, Toni. Lydia hat mir drei Stunden Zeit gegeben, länger habe sie keine Aufsicht für Franziska gefunden. Es ist eine Blitzaktion. Kartons, so wie sie sind, werden gepackt und auf Tonis Anhänger geknallt. Ich nehme den Kleiderschrank mit, den Wohnzimmerschrank, meinen Schreibtisch und den dazugehörigen Stuhl sowie mein Bett. Dazu tausend Kleinteile, die in Kartons lagern. Am Ende übergebe ich Lydia die verbliebenen Schlüssel, die ich besessen habe.

    Ich hasse Umzüge. Ich bin schon zu oft in meinem Leben umgezogen. Dieses Einpacken, Auspacken, Aufbauen, Schleppen, Sortieren, Suchen, Wühlen. Umzüge reissen Dich aus dem bisschen Gewöhnung heraus. Hinein in etwas Neues. Wieder von vorne anfangen. Keine Konstanz in meinem Leben. Es ist absehbar, dass auch dies nicht der letzte Umzug gewesen sein wird. Ein Leben in der Unfertigkeit.

     

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  • 31Aug

    Michael Douglas hat Krebs.Sepp Daxenberger ist an Krebs gestorben, drei Tage, nachdem seine Frau dem Krebs erlegen ist.

    Ich liege nicht im Sterben, bin aber noch keineswegs wieder auf dem Damm. Heute ist es insbesondere mein Hals, der mir extreme Schluckbeschwerden verursacht und schmerzt.

    Große Veränderungen in der Firma: Mein langjähriger Chef wird zu „Markt und Mittelstand“ versetzt, wo er einen Relaunch vorbereiten soll. An seiner Stelle kommt ein junger Mann, der vor zirka einem Jahr noch Volontär bei uns gewesen warn und zwischenzeitig in der Wirtschaftsredaktion der Bild-Zeitung arbeitete.

    Ich schreibe einen Beitrag über die Übernahme einer insolventen Baufirma und ein paar Zeilen über Fondsgesellschaften, die auf Hauptversammlungen zunehmend Kritik am Management von Unternehmen üben.

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  • 29Aug

    Die Erkältung hat mich schwer im Griff. Am Bahnhof von Rosenheim spüre ich, wie meine Lunge zumindest knapp davor ist, einen Schaden davonzutragen. Ich muss aufpassen. Ich werde mich keiner Zugluft aussetzen, und ich werde heute nacht mit geschlossenem Fenster schlafen.

    Abends, zuhause, trifft mich die Erkältung mit voller Wucht und ohne Erbarmen. Ich lege mich ins Bett, ziehe eine zusätzliche Decke über mich, so dass mein Hals und meine Brust warm bleiben.

  • 27Aug

    Ich weiß nicht, wo meinen Anwalt all diese Argumente meinerseits gegen das Gutachten des Kinderzentrums überzeugen. Er fährt schon wieder diese defensive Linie. Meint, das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zu bekommen dürfte schwierig sein. Wir sollten erst mal noch den begleiteten Umgang akzeptieren, eine Reduzierung der Unterhaltszahlungen an Lydia dürfte auch schwierig werden. Mein Gott, diese Frau hat einen riesigen Popanz aufgezogen, garniert mit massiven Vorwürfen, an denen nichts dran ist, und jetzt soll ich einer Haltung zustimmen: Macht nichts, schwamm drüber? Nein, das werde ich nicht akzeptieren. Ich will, dass diese Frau in ihre Schranken verwiesen wird, dass sie merkt, dass sie solche Vorwürfe nicht unbeschadet in die Welt hinausposaunen kann.

    Ich versuche Rechtsanwalt Rosener klarzumachen, wie fahrlässig beispielsweise die Ärzte arbeiten, die Lydias Aussagen übernehmen und als Wahrheit verkaufen, indem sie sie im Indikativ, quasi als Faktum, widergeben. Ich sage, dass ich meinen Job als Journalist längst verloren hätte, wenn ich so arbeiten würde. Es kann nicht angehen, dass jemand unreflektiert falsche Behauptungen widergibt und verbreitet. Nach meiner Ansicht ist dies strafbar.

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  • 25Aug

    Erhebliche Ungereimtheiten im Verhalten Frau Ribeiras:

    -Der gemeinsame Mallorca-Urlaub: Dieser Urlaub, der unmittelbar nach dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs stattfand, stößt beim Kinderzentrum offensichtlich auf Unverständnis.

    -Unverständlich scheint den Vertretern des Kinderzentrums auch zu sein, weshalb Frau ausgerechnet von dem Mann ein zweites Kind haben wollte, den sie der ständigen seelischen und körperlichen Gewalt bezichtigte.

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  • 23Aug

    Empfehlungen des Kinderzentrums:

    -Herr Fahrenschon stimmt einer Mediation zwischen den Eltern zu und hält sie angesichts der seit Monaten anhaltenden „Sprachlosigkeit” von Frau Ribeira ihm gegenüber für notwendig.

    -Herr Fahrenschon lehnt einen weiteren begleiteten Umgang ab. Er fordert den sofortigen unbegleiteten Umgang, zumal festgestellt wurde, dass kein sexueller Missbrauch vorliegt. Bezüglich der vom Kinderzentrum empfohlenen Therapie: Herr Fahrenschon befindet sich seit vielen Monaten wegen der für ihn extrem belastenden Situation in therapeutischer Behandlung. Der Therapeut hat keinerlei pädophile oder sexuell anormale Neigungen festgestellt.
    Im übrigen ist die Forderung des Kinderzentrums nach einer Therapie unsinnig: Es kann nur therapiert werden, was festgestellt wurde. Im Fall von Herrn Fahrenschon wurde jedoch keinerlei anormales Verhalten festgestellt, dass therapiert werden müsste.

    -Herr Fahrenschon sieht keine Notwendigkeit einer Interaktionsanleitung mit Franziska. Das Kinderzentrum begründet diese Forderung damit, dass Herr Fahrenschon Franziska größere Eigenständigkeit gewähren solle. Diese Erkenntnis basiert offenbar allein auf der halbstündigen Videoaufzeichnung des Kinderzentrums. Die Aussagekraft einer derart kurzen Beobachtung, die im übrigen in einer höchst belastenden, fremden Umgebung stattgefunden hat (fremder Raum, Beobachtung durch Kamera, der Zwang zum Spielen/Handeln) ist für die Forderung nach einer Interaktionsanleitung zu gering. Im übrigen entspricht es Herrn Fahrenschons Naturell, sich selbst und anderen (und erst recht seinen Töchtern) weitreichende Freiheit zu gewähren. Er lässt Franziska daher stets größtmögliche Eigenständigkeit.

  • 21Aug

    Entgegen allen Gewalt-Vorwürfen gegen ihren Mann sagt Frau Ribeira bei einem Hausbesuch durch eine Vertreterin des Kinderzentrums München am 25.10.2004: „Neben dem Ehebett habe sie eine Schachtel Baldrian und Hopfenberuhigungsdragees mit einer Resttablette gefunden. Es habe für sie erklärt, warum ihr Mann immer so ruhig reagiert habe.”

    Auch Frau Stamm vom Frauenhaus D. stellt an Frau Ribeira keine Gewalteinwirkung fest. Wörtlich heißt es: „Persönlich hätte sie keine Gewaltmerkmale an Frau Ribeira wahrnehmen können, ebenso keine Reaktion von Frau Ribeira, die auf Gewalterfahrungen schließen ließen.”

    Die ärztlichen Atteste belegen im übrigen, dass Frau Ribeira offensichtlich an Depressionen leidet. Dies erklärt für Herrn Fahrenschon im Nachhinein eine erhebliche Trägheit und Antriebslosigkeit von Frau Ribeira im Alltag, ebenso ihre geringen Aktivitäten in Dingen des täglichen Bedarfs (Einkaufen, Wohnung sauber halten etc.)

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